Tag 6 – Sorge um das große Kind

Das Kind glüht und glüht und glüht. Die Dankbarkeit für meinen Mann, der das glühende Kind zum Arzt schleppt, könnte nicht größer sein. Als er wieder zu Hause ist, sind wir um einen Kinderkrankenschein für meinen Mann reicher. Eine Diagnose haben wir nicht. Wir sollen weiter Zäpfchen geben. Also geben wir dem Kind alle sechs Stunden ein Zäpfchen und was soll ich sagen, Sie könnte einen Werbespot für Nurofen drehen.

Eine Stunde nach dem Zäpfchen springt das totgeglaubte Kind auf und will Wettrennen mit Mama und Papa machen. Drei Stunden danach glüht es wieder und wir warten mit dem immer mehr in sich zusammensackenden Kind bis zum nächsten Zäpfchen.

Nunja, zumindest kann es mit Fieber sehr ausdauernd mit mir TV gucken. Die Sorge um das nun seit fünf Tagen fiebernde Kind, dessen Fieber täglich steigt statt zu sinken, raubt mir den Schlaf und macht meinen Bauch hart. „Aufregung ist auch nicht gut bei Cervixinsuffizienz,“ höre ich meine Gynäkologin sagen. Kurz wünsche ich mir den dunklen Corona-Januar 2021 aus meiner letzten Schwangerschaft zurück. Aber nein, schöner war das auch nicht.

Tag 7 – Es wird… langsam

Das Gute am Dauerfieber: Es scheint meinem Energiebündel einmal den Stecker gezogen zu haben. Sie schläft und schläft. Weckt uns nur leider alle halbe Stunde wegen Fieberdurst. Trotzdem genießen wir es seit 3 Jahren das erste Mal an einem Morgen um 8 Uhr noch im Bett zu liegen. Dann beginnt wieder ein langer, zäher Tag mit einem Kind, das erfreulicherweise mal mit 39 statt 40 Grad Fieber erwacht. Hoffnung keimt auf.

Über den Tag liege ich wie immer mal hier, mal da, mal mit quengelndem Kind an mir mal ohne. Und gerade als ich denke, wow, das Zäpfchen ist acht Stunden her und sie hat immer noch kein Fieber, glüht das Kind schon wieder. Immerhin lenkt mich das Ganze von meinem Gyn-Termin am übernächsten Tag ab, bei dem mal wieder der Cervix gemessen wird. Ob das Kind bis dahin in den Kindergarten kann oder nicht, wird sich zeigen.

Tag 8 – Juhu! Ich verlasse das Haus!

An Tag 8 reicht es mir, ich habe das Gefühl, komplett durchzudrehen. Ich weiß nicht, ob es an dem nun nicht mehr kranken, aber noch quengeligen Kind oder dem Rumliegen liegt. „Wir fahren jetzt alle zusammen in die Bücherei!“ verkünde ich. Fast so, als wäre das eine Sensation. Ich muss einfach mal raus aus dem Haus und bald werde ich viel Zeit zum Lesen haben.

Alleine im Auto zu sitzen und das Haus zu verlassen, tut so gut. Ich atme durch und fühle mich nach einer Woche Rumliegen wieder etwas wie ein Mensch. Meine Stimmung steigt sofort. In meiner letzten Schwangerschaft hätte ich mich das überhaupt nicht getraut: Nur bis zum Klo und zurück hieß es von meiner alten Gynäkologin bei einem weitaus besseren Befund als diesmal.

Die neue Ärztin fürchtet durch zu viel Rumliegen Thrombose, Muskelschwund und Depression und ist daher weniger strikt. Auch neue Studien belegen, dass komplette Bettruhe nicht sinnvoll ist, schonen allerdings schon.

Ich bin beseelt von meinem Kurzausflug, meinem neuen Buch und dem nicht mehr vorhandenen Fieber meiner Tochter. Es gibt Hoffnung auf eine bessere Zeit als die letzten Tage.

Tag 9 – Alltag!

Heute kehrt endlich Alltag ein. Das Kind ist im Kindergarten, der Mann arbeiten und ich bei der Gynäkologin, die mir gut gelaunt verkündet, dass mein Cervix sich die letzten neun Tage stabil gehalten hat. Noch schnell den Blutzuckertest anschließen und ab nach Hause, die Ruhe genießen.

Tag 10 – Guter Dinge

Der Alltag geht weiter. Ich liege rum, so viel es geht, meine Mama kommt zum Putzen und Quatschen und die andere Oma bespielt am Mittag das Kind auf der Terrasse. So kann man die nächsten Wochen doch gut aushalten!

Liegen mit Kind – Teil 3

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