Leider blieb es bei den 24 Stunden glücklichem Stillen. Dann kommt der Schmerz zurück. Ich google weiter nach jeglicher Art von Hilfe und versuche alles um das praktische, schöne, innige Stillen weiter erleben zu können. Doch im Prinzip bin ich nach 2 Tagen Stillversuch genauso weit wie vorher. Das Baby und ich heulen uns parallel die Ohren voll.

Ist Stillen das Beste für mich und mein Kind?

So langsam frage ich mich ob der Satz „Stillen ist das beste für ihr Kind“ wirklich Hand und Fuß hat. Ist es das beste wenn die Mama beim Stillen weint? Wenn sie Angst vor dem nächsten Hunger des Babys hat? Wenn das Baby nicht satt wird weil die Mama versucht das Stillen so kurz wie möglich zu halten oder im Stress die Signale des Babys übersieht, weil sie so fertig mit den Nerven ist? Und wenn man nicht stillt, sollte man doch wenigsten abpumpen. – So häufig die Meinung. Aber ist abpumpen wirklich gut, wenn ich mehr Zeit mit der Pumpe als mit meinem Baby verbringe? Wenn ich dadurch das Gefühl habe die Verbindung zu meinem Kind noch mehr zu verlieren? Sicherlich ist es, wenn es mit dem Stillen klappt, wunderbar für Mama, Kind und Umwelt. Doch meiner Meinung nach sollte man den Satz doch mit Vorsicht genießen. „Stillen ist in den meisten Fällen das beste für ihr Kind.“ Wäre vielleicht passender.

Zurück zur Flasche

Mit Tränen überströmtem Gesicht hole ich die Flaschen und Pumpen zurück aus dem Keller. Ich fühle mich wie eine Versagerin und ärgere mich, dass ich noch vor 2 Tagen so böse Sachen über Flaschen-Mamas gedacht habe. Noch hat mein Mann Vaterzeit und ich schaffe es irgendwie mit dem Pumpen doch mir ist schon jetzt klar, dass ich es nicht schaffen kann, wenn er Vollzeit arbeitet. Da ist es mir am Ende des Tages wichtiger für meine Kleine da zu sein und sie bei Koliken, Angst, Wut, Müdigkeit und was auch immer zu beruhigen als weiter ständig zu pumpen. Selbst meine Mama eine überzeugte Stillerin, die mir bei dem ganzen Drama immer zur Seite stand unterstützt mich mir Rat und Tat beim Abstillen. Da Hormone für mich nicht in Frage kommen Stille ich nach und nach mit Phytolacca, Kühlen der Brüste und Pfefferminztee ab. Es klappt besser als erwartet keine 4 Wochen später haben sich meine Brüste komplett erholt, das Baby nuckelt zufrieden seine Flasche und auch ich schließe nach einem langen inneren Kampf Frieden mit der Situation. Nun kann ja Wochenbett-mäßig eigentlich nichts mehr kommen… oder doch?

Wochenbett Teil 8 – Stilldrama Teil 3 – Ist Stillen das Beste für das Kind?

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