„Um die Schmerzen während der Geburt zu lindern, gibt es viele Möglichkeiten. Gerne beginnen wir erst mal homöopathisch oder mit verschiedenen Aromen.” Ich schaue mir das Video meiner Geburtsklinik im Internet an und bin erfreut und fassungslos zugleich. Auf einer Homepage von einem Krankenhaus werben sie mit natürlichen Schmerzhemmern, wie sie bis jetzt nur von den „verrückten Heilpraktikern“ eingesetzt wurden.

Zu meinem Leben gehört die Naturheilkunde schon lange dazu. Schon bevor ich meine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht habe, habe ich versucht alles erst mal natürlich zu behandeln, ehe ich mit der Chemie-Keule ankomme. Vermutlich liegt es mir in den Genen. Schließlich bin ich mit einer Öko-Mama ausgestattet, die nur im äußersten Notfall zum Antibiotikum gegriffen hat.

Mit den Ärzten stehe ich deswegen nicht selten auf Kriegsfuß, oft traue ich mich erst gar nicht zu sagen, dass ich Heilpraktikerin bin. Denn da gehen bei vielen scheinbar die Alarmglocken an. Heilpraktiker sind für sie Waldorfschüler, Impfgegner und Menschen, die Krebs mit Reiki heilen wollen. All das bin ich nicht und will ich nicht.

Vorn Arnica über Akupunktur bis zur Heilwolle

Als ich zum Geburtsvorbereitungsgespräch ins Krankenhaus gehe, berichte ich der Hebamme, dass ich Heilpraktikerin bin. Sie ist begeistert und bejubelt mich dafür. Selten habe ich so eine freudige Reaktion auf meinen Beruf in einem Krankenhaus erlebt. Aber in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Baby steht Naturheilkunde wohl viel höher im Kurs als in anderen medizinischen Bereich. „Bei Geburtsverletzungen nimmst du natürlich Arnica D6“, sagt meine Hebamme, als sei es das normalste der Welt. Für mich ist es das auch. Für viele andere vermutlich nicht. „Und vor der Geburt können wir mit Akupunktur die Beschwerden lindern. Himbeerblättertee ist auch super zur Geburtsvorbereitung.“ Die Natur ist scheinbar voll mit vielen tollen Sachen für werdende Mamas. „Und wenn das Baby einen wunden Po hat, kann man es erst mal mit Heilwolle probieren.“

Ich bin total begeistert. Die Rückentdeckung der Natur scheint fast eine Gegenbewegung zu all der Vermesserei und Untersucherei in der Schwangerschaft zu sein. In der nächsten Schwangerschaft möchte ich mich vielmehr von einer Hebamme und weniger von einer Ärztin betreuen lassen. Ich habe das Gefühl mit wären einige unschöne Dinge erspart geblieben.

Die Rückentdeckung der Natur

Wenn das Baby dann mal da ist, geht es mit der Naturheilkunde gleich weiter. „Bei einem Wespenstich einfach eine aufgeschnittene Zwiebel auflegen und Apis geben“, sagt die nette Frau, die den Online-Erste-Hilfe-Kurs für Kinder gibt. „Bei Verletzungen jeder Art Arnica.“, ich freue mich sehr und hoffe, dass sich all diese Tipps und Weisheiten irgendwann auch wieder zurück zur Allgemeinbevölkerung durch sprechen. Schließlich werden bei Kindern und Schwangeren viele Probleme erst mal „natürlich“ behandelt, weil es schlicht und ergreifend zu ganz vielen Medikamenten keine Studien an Kindern und Schwangeren gibt.

Schwangerschaftsblog Teil 27 – Naturheilkunde in der Geburtshilfe

Ein Kommentar zu „Schwangerschaftsblog Teil 27 – Naturheilkunde in der Geburtshilfe

  • 25. März 2021 um 22:10
    Permalink

    So ist es richtig und gut. Bin ganz auf deiner Welle

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.