Tage und Wochen vergehen und mein Bedürfnis die Schwangerschaft meinen Liebsten mit zu teilen steigt. Ich frage mich sowieso wer sich diese Regel mit den 12 Wochen ausgedacht hat. Gerade in den ersten 12 Wochen, in denen es einem richtig scheiße geht und man noch dazu völlig überfordert ist, braucht man doch jemanden zu reden. Klar ist das Risiko für einer Fehlgeburt in den ersten 12 Wochen noch hoch, aber wenn ich eine hätte, würde ich das doch meinen Liebsten genauso erzählen. Dafür hat man doch Freunde und Familie?!

Das Bedürfnis es dem engsten Kreis zu berichten steht in einem krassen Widerspruch zu der Angst vor der Reaktion. Nicht etwa Angst vor negativen Reaktion, nein im Gegenteil Angst vor der übertriebenen Freude, die scheinbar alle anderen empfinden, wenn sie erfahren dass ich schwanger bin. Während ich selbst ja immer noch nicht klar komme. Vielleicht hat man sich deswegen diese 12 Wochen-Sache ausgedacht. Ich entscheide mich es fast allen Freunden via WhatsApp mitzuteilen, dann höre ich die Freudenschreie wenigstens nicht durchs Telefon sondern sehe lediglich Party-, Herzchen- und Babysmileys. Kommt es dann nach dem Verkünden der Nachricht zum ersten Kontakt via Telefon oder vor Ort, fühle ich mich trotzdem noch ein bisschen wie Miranda Hobbes in der bekannten Sex and the City-Folge in der sie ein „Sonogram faked“.

Miranda fakes a sonogram…

Für alle, die die Folge nicht kennen: Miranda, unverhofft schwanger, wird bei ihrer Gynäkologin untersucht. Diese fragt sie, ob sie das Geschlecht des Kindes wissen will. Miranda zögert kurz und stimmt dann ein. Die Ärztin verkündet freudestrahlend: „It‘s a boy!“ Eine Nachricht die Miranda völlig gelassen hinnimmt. Entweder ihr ist es egal oder sie ist wie ich überfordert. Als die Ärztin sie dann völlig erwartungsvoll ansieht setzt sie ihr bestes Fake-Lächeln auf. Als sie ihren Freundinnen später beiläufig das Geschlecht ihres Kindes mitteilt, sind die wieder Feuer und Flamme und schauen sie erwartungsvoll an. Miranda die nun schon geübt ist, macht einfach weiter mit dem Fake-Lächeln.

Es ist so beruhigend auch solche Mütter in Serien gezeigt zu bekommen. Mütter jenseits von Genderreveal-Partys, die mit ihrer Schwangerschaft auch erst mal nicht klar kommen und am Ende wirklich gute Mütter sind.

Wie immer wende ich mich auch jetzt mit meiner Sorge über meine mangelnde Baby-Freude an meine Freundin. „Jaja mich haben sie auch alle gefragt ob ich mich denn nicht wahnsinnig freue…. Da habe ich geantwortet: ich weiß doch gar nicht was auf mich zu kommt?!“ Ich falle ihr um den Hals vor Erleichterung. Vielleicht bin ich doch kein Alien….

Schwangerschaftsblog Teil 4 – Wieso Miranda Hobbes mein Spiritanimal ist

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