Das Problem: Erschlagen von scheinbar unerreichbaren Zielen

Als ich vor ein paar Tagen das nächste Heilpraktiker-Skript herunter geladen habe, blickte ich mit entsetzen auf die Seitenzahl: 338 Seiten zum Thema Nervensystem. Während ich früher bei solchen langen Skripten schnell kapitulierte beschloss ich heute mein System zu ändern.

Früher begann ich völlig planlos und fasste motiviert die ersten 30 bis 40 Seiten an einem Tag zusammen- Am nächsten Tag wusste ich nicht mehr um was es ging und verzweifelte spätestens an Tag 3. Nach einer Frustrationspause von ein paar Tagen, die ich dazu nutzen wollte, neue Energie zu bekommen und lieber alte Sachen zu wiederholen, stellte ich fest dass ich nun gar nichts mehr wusste und verzweifelte vollkommen.

 

Der Plan 

Diesmal sollte es besser laufen. „Niedrige Ziele setzen“ hörte ich meine Dozentin vom Kurs zum psychologischen Berater in meinen Ohren. Das Ziel muss hoch genug sein um eine Befriedigung zu spüren wenn man es erreicht hat und niedrig genug um es überhaupt zu erreichen.

Ich unterteilte mein Skript also in circa 15 Lerneinheiten a 20 Seiten und legte direkt am morgen motiviert los. Die Zeit verging wie im Flug. Durch die nun viel kleineren Lerneinheiten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ganze motiviert über einen längeren Zeitpunkt durch zu halten.

Letztlich lässt sich das System auf fast jede Aufgaben übertragen. Statt „Heute putze ich das ganze Haus“ kann man sich vornehmen jeden Tag einen Raum zu putzen. Gelangt man dabei so in Schwung das man gleich noch 2 Stunden weiter putzt, kann man sich freuen, wenn man nicht in den Schwung gerät, hat man sein Pensum trotzdem geschafft.

Durch die Kleinschrittige Aufteilung wirkt der Berg kleiner. Man schafft es leichter erst einmal 5% des Berges zu besteigen, als einfach drauf los zu laufen und bei 30% schnaufend in den Seilen zu hängen und am liebsten wieder runter zu wollen.

 

Kleine Schritte im Coaching

Im Coaching gibt es die Frage „Was müsste passieren, dass es dir auf einer Skala von 1-10 um 1 Punkt besser geht als bisher?“

Nun mag man meinen, dass die Frage blöd ist, da das Ziel ja die vollkommene Zufriedenheit auf Stufe 10 ist und nicht lediglich eine Verbesserung von einer 3 auf eine 4.

Doch häufig kann man sich wenn es einem schlecht geht eine 10 überhaupt nicht mehr vorstellen. Man hat seit Wochen, Monaten oder Jahren keine 10 gespürt, woher soll man also wissen wie man auf eine 10 kommt?

Während man vielleicht noch vor kurzer Zeit auf einer 4 war und sich nun überlegen kann wie man diese Zufriedenheit wieder erreichen kann. Auf einer 4 angekommen kann man sich so langsam vorarbeiten.

 

Mit kleinen Schritten gegen Prüfungsangst

Auch die Angst vor dem Ziel verschwindet, wenn man in kleinen Schritten plant, da man sich auf das hier und jetzt konzentriert.

Wenn ich mich beispielsweise bei jeder Fahrstunde ins Auto setze und mir vorstelle, dass ich viel zu schlecht bin um die Prüfung jemals zu schaffen, werde ich sicher viele Fehler machen. Setze ich mich aber ins Auto, mit dem Ziel heute wieder neue Sachen zu lernen und neue Erfahrungen zu gewinnen, die mich auf dem Weg zur Prüfung wieder ein paar Meter weiter bringen, so sind meine Gedanken positiv und meine Unruhe geringer.

Letztlich hilft das kleinschrittige Denken also in ganz vielen Lebensbereichen. Auch wenn das Ziel momentan unerreichbar ist, ist der nächste Schritt machbar. Mit diesem Gefühl bewegt man sich langsam und kontinuierlich immer weiter auf sein Ziel zu.

Schritt für Schritt ans Ziel

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